omaopa

Mal ganz im ernst, so lieb man seine Kinder auch hat, aber ist es manchmal nicht einfach geil auf der Couch zu sitzen und niemand schreien und weinen zu hören? Sollte dieser Tag nicht wöchentlich im Terminkalender stehen wie täglich der Kindergartenbesuch oder der Schultag? Natürlich reden wir hier nicht von 7 Tage die Woche und das etliche Stunden am Tag, ich spreche von einem gesunden Maß.

So traurig es ist, doch bei Putzen, Waschen, Kochen, Hausaufgaben und Co. ist es oft einfach schwierig für jeden die nötige Zeit aufzubringen die er sich vielleicht wünscht. Es fehlt oft die Zeit und die Ruhe für jeden Einzelnen, gerade wenn man mehr als ein Kind hat. Wie sieht ein Oma bwz. Opatag denn aus? Oma und Opa machen den ganzen Nachmittag nichts anderes als sich mit den Kindern zu beschäftigen. Da wird dann das gleiche Buch eben 10 mal gelesen, es wird bis zur Erschöpfung Karten, Fußball oder Dart gespielt. Sie gehen ins Kino, ins Theater, ins Museum, an den Teich Enten füttern, wandern und verbringen Stunden damit Geschichten zu erzählen, Lieder zu singen oder einfach nur am Spielplatz unfug zu machen.

Mal ehrlich jetzt, natürlich machen das Eltern auch. Doch nicht regelmäßig und so häufig, denn im Alltag ist einfach ständig etwas anderes zu erledigen und gerade zu Hause macht man einfach vieles nebenher. Da hat man eben nicht die pure Zeit für die Kinder. Gerade mit 3 Kindern versuchen mein Mann und ich, mit jedem auch mal alleine ohne die Geschwister etwas zu machen, je nach Alter und Bedürfnis des Kindes. Doch das ist aber einfach nicht das gleiche.

Außerdem denke ich das es für die Persönliche Entwicklung wichtig ist das ein Kind auch andere Bezugspersonen hat. Wie sollen sie denn sonst zwischen dem Mütterlichen, Väterlichen, Geschwisterlichen, Freundschaftlichen und Großelterlichen Verhalten unterscheiden. Bei Oma und Opa ist einfach vieles anders. Meinstens sind diese gelassener, haben weniger Regeln und für das Kind bedeutet es mehr Spaß. Die Kinder lernen außerdem, das es auch andere Menschen gibt außer den Eltern, die sie lieben und denen sie vertrauen können.

Nicht nur für Kinder ist dieser Tag wichtig! Auch für die Eltern ist es eine Erleichterung. Es ist einfach wunderbar einfach mal 3 oder 4 Stunden für sich zu haben. Ohne Geschreie, ohne Hektik oder Stress.  Ich wurde letztens gefragt was ich dann in dieser Zeit mache und ich sagte genau das. Ich entspanne mich, lese ein Buch oder tue einfach gar nichts. Die Reaktion die ich zu hören bekomme ist immer wieder erstaunlich. „Waaaaaaaaaaas“? Ich sagte: „Ich bin doch nicht Doof und werde in der Zeit putzen.“ Ganz sicher werde ich in der Zeit weder putzen noch irgendetwas für den Haushalt machen. Da ich weder ne Putzfrau noch Heinzelmännchen habe, läuft das ja nicht weg. Das sind genau die Dinge die man nebenbei erledigt. Wenn Kinder schlafen oder in der Schule sind. Doch ich werde bestimmt nicht die wertvolle, ruhige Zeit dafür hernehmen die mir die Omas schenken. In dieser Zeit lese ich ein Buch, mache Sport, schreibe für meinen Blog oder mach einfach mal gar nichts.

Allerdings ist es auch ein Lernprozess die Kinder anderen anzuvertrauen. Ja klar, es geht hier um Oma und Opa, dennoch ist es schwer das Zepter aus der Hand zu geben. Wenn ihr es jedoch mal geschafft habt, werdet ihr sehen wie wunderbar es für beide Seiten ist.