Mit jeder Bewegung am Stepper steigt ein Gefühl von Unverständnis in mir hoch.

Wahrscheinlich sollte es mir am Arsch vorbeigehen oder mich völlig kalt lassen. Nein das tut es nicht, es bringt mich sogar dazu einen Beitrag zu schreiben. Doch warum? Warum bringt mich Kritik anderer dazu meine Zeit damit zu verschwenden mir darüber Gedanken zu machen? Ich frage mich, ist Kritik an anderen ein Mittel Frust und Ärger abzulassen, den ich sonst mit mir selbst ausmachen müsste? Warum kritisieren wir andere?  Ich mein jeder kennt das Gefühl von Unzufriedenheit, Druck und Stress? Natürlich auch ich. Ist man automatisch unfair und intolerant? Beeinflusst dies unser Denken und unser Verhalten gegenüber anderen? Wer gibt uns denn vor wie wir sein müssen oder wie wir uns verhalten sollten? Wie wird man der Liebling der Schule oder zum Mobbingopfer der Klasse? Wie schafft man es, das Gespräch der Leute zu sein? Gibt es einen Paragraphen im Gesetz mit der Überschrift „so muss ich leben“?

Muss man sich wirklich bei jedem Schritt den man geht, jeder Zeile die man schreibt oder jedem Satz den man sagt zweimal überlegen ob das in Ordnung ist? Oder mögen einen die Leute weil man genau das nicht tut? Weil man nicht nach vorgegebenen Denkansätze der Gesellschaft lebt? Warum steht man plötzlich aus heiterem Himmel auf dem Abstellgleis? Warum ist es so lächerlich Dinge auszusprechen oder aufzuschreiben, die andere vielleicht nur Denken?

Wie wird der Mensch denn zu dem was er ist? 

Die ersten Jahre des Lebens zeigen dir die Eltern was im Leben wichtig ist, mit diesen Werten und Denkweisen starten wir dann in die Jugend und stellen fest das ein oder andere sehen wir anders als wir es gelernt haben und dann über die Jahre entwickeln wir unsere Persönlichkeit, über die Erfahrungen die wir mit dem Umfeld, den Freunden oder den Alltagshürden unseres Lebens machen!

Nein, ich meine nicht eine Nacht in der wir schlecht geschlafen haben, ich meine die Trennung von der ersten liebe in der Jugend bei der man annahm es gibt nur den einen und ohne ihn geht es nicht;

ich meine schwierige Phasen in der Lehrzeit in denen man an die Grenzen stößt, weil mit zunehmendem Alter einfach der Schutzmantel der Eltern verschwindet, den man lange Zeit um sich hatte und der nichts an einen ran ließ;

ich meine den Verlust geliebter Menschen, der einen emotional überrollt wie die Walze eine frisch geteerten Straße. Emotionen die plötzlich da sind weil man feststellt das Menschen mit denen man groß wurde, nie wieder mit einem lachen werden.

Ich rede von Situationen im Leben die einem den Boden unter den Füßen wegziehen. Scheidungen, Gesundheitliche Sorgen, Finanzielle Probleme, Existenzängste und vieles mehr.

Erfahrungen prägen unseren Charakter, machen uns zu dem was wir sind. Ist es wirklich die richtige Lösung sich zu verstellen nur damit niemand lacht, damit man nicht seltsam angeschaut wird, oder nicht zu Thema der Stadt wird? Ist es wirklich bedeutend was der Rest von einem denkt? Jeder Mensch hat eine Geschichte, Geschichten die wir nicht wissen, Geschichten die wir nicht leben mussten und natürlich gehöre ich auch zu den Menschen die Kritik üben und unbedachte Bemerkungen machen.

Doch im Laufe der Jahre habe ich gemerkt das ich nicht danach leben möchte was andere denken und sagen. Ich lebe nicht nach deren Maßstäbe und wenn dies Grund ist mich zu verurteilen, über mich zu lachen oder mich zu meiden, dann ist es eben so.