Habt ihr nicht auch manchmal das Gefühl es ist einfach zuviel? Egal wieviel oder lange man putzt, wäscht oder aufräumt es reicht einfach nicht.

Müsste euer Tag auch 48 Stunden haben, nur um die Hälfte davon zu bewältigen was auf der To-Do-Liste steht?

Natürlich bin ich eher der Chaot, doch selbst ich, muss mich mittlerweile dazu zwingen To-Do-Listen zu schreiben, damit ich mit Struktur und Plan an die Sache rangehen und es einigermaßen schaffen kann? Zumindest habe ich das immer vor. Doch kaum hab ich einen Plan, kommt es ganz anders.

Kranke Kinder, Termine die man kurzfristig wahrnehmen muss, Termine die fest integriert sind, ein Arbeitsunfall des Mannes, weshalb er für eine bestimmte Zeit ausgeknockt ist und sonstige Ereignisse, die alles über den Haufen werfen, was man sich fest vorgenommen hat.

Und ja mir ist bewusst, das ganz viele Mütter, sei es Alleinerziehende oder Frauen deren Männer einfach sehr viel arbeiten, das auch alles alleine bewältigen müssen. Mein Mann ist auch 12 Stunden am Tag außer Haus, trotzdem bin ich daran gewöhnt das wir vieles zusammen erledigen bzw. er Zeit mit den Jungs alleine verbringt, damit ich Dinge in Ruhe abarbeiten kann. Damit will ich in keinster Weise angeben, ich frage mich einfach nur, wie machen es diejenigen, bei denen der Mann eben nicht verfügbar ist und mithelfen kann?

Ich dachte immer ich wär eine starke Frau, eine Frau die alles schafft, doch hin und wieder fühle ich mich schwach. Es gibt Tage, da stelle ich mir die Frage schon beim aufstehen „Wie zur Hölle soll ich den Tag überstehen?“
Was muss ich wohl anders machen, damit all die Dinge auf meiner To-Do-Liste nicht auf der Liste von morgen stehen? Wie schafft ihr es, das Haus mit 2 Kleinkindern, zum Blitzen zu bringen? Wie kriegt ihr es hin 3 bis 4 Körbe Wäsche am Tag zu waschen, zu falten und dann noch in den Schrank zu räumen. An Bügeln will ich erst gar nicht denken, denn bisher bin ich bekennender Nicht Bügler und Fan der Knitterschutzfunktion im Trockner und solange mein Mann keine Hemden in die Arbeit braucht, wird das auch weiter so bleiben.

Wie wird man zu der begnadeten Superhausfrau, von der Illusion das je zu sein, ich mich vor langer Zeit gedanklich verabschiedet habe, weil mir bewusst wurde das ich einfach nicht so sein kann? Ich bin froh wenn ich nach einem manchmal Hardcore Alltag Abend um 7 auf der Couch sitzen kann, weil die Jungs endlich schlafen.

Wie machen das Eltern, deren Kinder bis 9 oder 10 Uhr wach sind und Party machen, als wären sie gerade erst aufgestanden? Wie machen es die Mütter, die Ihre Kinder stillen und jede Nacht 2 bis 3 mal wach sind? Alle die mich und meine Kinder kennen wissen, das meine Jungs durch und auch viel schlafen. Alle 3 sind wirklich Langschläfer und das wirklich schon ne Weile. Klar, da sie schon recht bald ins Bett gehen, war der Mittlere nach 10 Stunden eben auch schon mal um 4 wach und wollte eine Flasche und ja selbst das, obwohl es nur eine kurze Zeit war, hat mich echt fertig gemacht. Selbst wenn Kinder schlafen, sind sie tagsüber wirklich anstrengend, aber wenn man nicht mal richtig schlafen kann und jede Nacht nur 3 bis 4 Stunden erwischt, wie steht man das durch?

Kinder sind anstrengend. Jedes Kind ist das und es gibt Tage da kann man super damit umgehen und es gibt auch die Tage da kann man es eben nicht.

Es gibt Tage da bringt einen das umgekippte Glas des Sprösslings eben zur Weißglut während es einem an Tagen, an denen man gut gelaut aufgewacht, weil man mal wieder gut geschlafen hat, am Arsch vorbeigeht.

An diesen guten Tagen ist es einem auch völlig wurscht, das man nach dem 100. ten NEIN immer noch lächeln kann.

Es ist einem egal, wenn mal wieder 4 der 5 neugekauften Mützen verschwunden sind. Es ist einem egal, das wieder einmal das Geschirr vor der bereits ausgeräumten  Spühlmaschine steht; Es ist einem auch wurscht, das nach einer Stunde Kochen, die Küche vor lauter Geschirr und Chaos nicht mehr zu finden ist. Es gibt soviele Dinge die an guten Tagen geschafft und erledigt werden. Die man völlig relaxed hinnimmt und sich denkt, ja mein Gott ist halt so.

Doch dann gibt es auch Tage wie heute. Tage an denen man sich vor schlechter Laune, Kopfschmerzen und Unlust nach einer brutalen Nacht um 8 Uhr früh schon wieder völlig entnervt ins Bett legen könnte, obwohl man erst 2 Stunden wach ist.

Tage an denen man vor Arbeit, Kindergeschrei und Verpflichtungen einfach gern davon laufen würde.

Tage an denen Streit, Stress und schlechte Laune den Alltag bestimmen.

Tage an denen einen das Lächeln der Kinder daran erinnern muss, wofür man das alles tut.

Tage an denen man sich fühlt als würde man ständig alles falsch machen.

Tage an denen man versucht alles zu geben aber es einfach nicht reicht um mit sich selbst zufrieden zu sein.

Es sind die Tage, die man in seinem Leben eigentlich nicht brauchen kann. Dennoch gehören diese Tage dazu, zum Leben und auch zum Mutter sein.

Ich frage mich ob es ein Zeichen von Schwäche ist das alles auszusprechen bzw. die Gefühle überhaupt zu haben?

Ist es ein Zeichen von Schwäche das es an schlechten Tagen manchmal einfach nicht zu schaffen ist? Vielleicht ist es das. Vielleicht ist es eine Schwäche, doch muss man darüber Schweigen, weil es ein Tabu ist zu sagen „Manchmal ist es mir einfach zu viel“. Muss man sich hinter einem gequälten Lachen verstecken und so tun als sei man glücklich, obwohl einem eher nach schreien und vielleicht sogar weinen zumute ist? Muss man wirklich eine Maske aufsetzen um den Schein der Heilen Welt zu wahren, die es an schlechten Tagen nunmal einfach nicht gibt oder darf man einfach mal traurig sein?

Ist es nicht ein Zeichen von Stärke und Liebe genau an diesen schlechten Tagen, doch aufzustehen um zu tun was zu tun ist, für seine Liebsten und für sich selbst?

Ist es nicht ein Zeichen von Stärke sich durchzukämpfen, obwohl man das Gefühl hat die Kraft und Energie fehlt heute?

Ist es nicht ein Zeichen von Stärke einfach mal zuzugeben, das man keine Maschine ist die 24 Stunden unter Höchstleistung funktionieren kann?

Es ist keine Frage, Kinder schaffen es Bestleistungen aus uns herauszuholen. Sie motivieren uns dazu, die Beste Ausgabe von uns selbst zu sein bzw. werden zu wollen. Durch ein Kind entwickelt man Kräfte und eine unfassbare Energie von der man vorher nicht wusste das es diese überhaupt in einem gibt. Kinder schaffen es das wir als Frau und Mutter über uns hinauswachsen und gerade an den schlechten Tagen, sorgt ein Lächeln meiner Kinder dafür, dass sich die dunklen Wolken verziehen und es weiter geht.

Ein neuer Tag, eine neue Woche, ein neues Monat und ein neues Jahr.

Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich glaube das es jeder Mutter hin und wieder so geht und ich finde es wichtig das auch mal sagen zu dürfen. Kinder sind, bei aller Liebe und bei allem Glück das wir sie haben, der anstrengenste Job den es gibt und falls es Frauen gibt, die das nicht so empfinden, dann bitte meldet euch und verratet mir, was ihr anders macht. Was ist euer Geheimnis?

Egal wie anstrengend und nervenaufreibend der täglich Wahnsinn auch ist, ich liebe meine Jungs mehs als Worte es je beschreiben könnten.

Hin und wieder jedoch, muss man doch auch mal das beschreiben dürfen wofür es Worte gibt. Tage wie diese, an denen eben alles zuviel ist, man sich aber trotzdem bemüht und für seine Kinder das Beste gibt!!

 

siehe auch: Wer muss ich sein? , Der Aufreger des Tages! RAUCHEN mit Babybauch?! , Männerschnupfen!, Nur über mich!, Luxus: Omatag/Opatag! Wunderbar und nötig!, Outing: Ich habe kein Bügeleisen!, Kinderfrei ohne Schlechtes Gewissen! (1), Kinderfrei: Tag der Anreise! (2)