Ich denke jede Mutter kennt die Vorteile der Muttermilch. Die Milch ist perfekt an die Bedürfnisse von ihrem Baby angepasst, sie ist immer verfügbar, hat immer die richtige Temperatur, kostet nichts und ist auch unter hygienischen Gesichtspunkten top. Doch das Muttermilch nichts kostet finde ich, ist nicht ganz richtig. Natürlich ist es nicht mit Geld zu bezahlen, doch für die Frau kostet es eine ganze Menge:

In allen Ratgebern wird darauf hingewiesen wie gut es für das Kind ist, und ja das ist richtig und gut, doch nirgends liest man etwas darüber was Mütter dafür opfern. Ich habe viele Schwangerschafts- und Babybücher gelesen und keines weist darauf hin wie man sich als Mutter fühlt. Ich weiß es gibt sicher Frauen die haben Freude dabei und denen geht es blendend. Ich gehörte nicht dazu. Obwohl ich die besten Vorsätze hatte.

Genau wie alle Mütter will ich das Beste für meine Söhne, doch leider funktionierte es nicht. Der Große wollte nicht, der Mittlere war anfangs zu schwach und hatte sich dann an die Flasche gewöhnt und der Kleine wollte, doch ich hielt nur 3 Wochen durch. Ich habe einige Wochen abgepumpt, was auch kein Spaß war und nach dieser Zeit ohne Schlaf fehlte mir die Kraft. Ein Kind zu stillen „kostet“ wahnsinnig viel.

Man ist ständig müde, gereizt, angehängt und fühlt sich wie ausgelutscht. Es ist wahnsinnig anstrengend immer und überall parat sein zu müssen, der unterbrochene Schlaf und die ständige Aufmerksamkeit fürs Kind. Die Blicke in der Öffentlichkeit, das angekettet sein ans Kind und die völlige Hingabe einer Sache von der man überzeugt ist.

Man fühlt sich weder weiblich noch sexy und hat das Gefühl man muss ständig  und nur noch funktionieren. Die Hormone die einem zusätzlcih das Leben schwer machen, tragen nicht gerade zur Verbesserung der Weiblichkeit bei. Ach und vergessen wir nicht so Geschichten wie Wunde Brustwarzen, Milchstau, Brustentzündung und Saugprobleme die einen zusätzlich stressen können. Verzicht auf den relaxten Hugo, dringend benötigte Yogakurse, gemütliche Frauenrunden zum austauschen und Abende mit Freunden damit man nicht ganz die sozialen Kontakte verliert, sind vorerst auch Tabu, denn man muss ja immer in Reichweite des Babys sein.

Das Faszinierende an dem Stillen ist ja, dass Mütter das für selbstverständlich empfinden all dies zu tun. Für Sie ist es ganz normal und wichtig. Ich als Mutter die mit den Besten Vorsätzen an die Sache rangegangen bin und dann leider doch mangels Kraft und fehlender Willenskraft daran gescheitert bin möchte hiermit allen Stillenden Müttern meinen größten Respekt aussprechen, denn ich weiß wie hart die Sache ist und das es viel zu wenig gewürdigt wird einfach weil es von der Gesellschaft vorausgesetzt wird!!

Ich will damit nicht sagen das Mütter die nicht stillen die schlechteren Mütter sind, absolut nicht. Ich frage mich ob nur ich es so empfand oder ob es ein Tabu ist über die Negativen Seiten des Stillens zu sprechen? Liegt es an meiner Einstellung dazu? Sehe ich nur das negative, weil ich damit nicht klar kam oder empfinden es Stillende hin und wieder auch so und nehmen das aber einfach aus Überzeugung in Kauf?

Das bemerkenswerte an stillenden Müttern ist doch das Sie sich all diese Schwierigkeiten und Anstrengungen zusätzlich aufladen, nicht um Anerkennung zu bekommen, sondern für Ihr Kind! Ich finde das es einfach mal gesagt werden muss!!! Ich bewundere das sehr!!!